Montag, 18. Juni 2018

Achtsamkeit im Shopping-Center

Wie werden wir in Zukunft einkaufen? Was wird unsere heißgeliebte shopping experience im Jahr 2028 sein? Der Einzelhandel geht nach verschiedenen Prognosen auf eine Krise zu. Die Leute gehen ins Geschäft, schauen sich die Produkte an, lassen sich beraten und kaufen dann online woanders. Oder sie nutzen das Geschäft nur mehr, um eine online-Bestellung abzuholen.

Doch können auch die Großgeschäfte von den neuen technologischen Entwicklungen profitieren. Die australisch-amerikanisch-britische Kaufhauskette Westfield hat dazu Pläne vorgestellt. Darunter: die Gänge voll von artifizieller Intelligenz, ein Bauernhof, auf dem man selber Gemüse ernten kann, und kluge WCs, die gleich eine Gesundheitsdiagnose liefern: „Sie könnten noch etwas mehr Vitamin C vertragen, und schnell noch einen Drink erwerben, bevor Sie dehydrieren,“ so könnte es bald aus dem Spülkasten tönen.

Die Shoppingzentren der Zukunft werden „Mikrostädte mit Hyperanbindung“ sein. Hängende sensorische Gärten, Augenscanner, die den Kunden sagen, was sie neulich eingekauft haben, und smarte Umkleidekabinen, in denen die Kunden ihre virtuelle Gestalt im neuen Gewand begutachten können. 

All diese Angebote wundern mich nicht und werden mich vermutlich auch nicht dazu motivieren, meine kärglichen Shopping-Leidenschaften zu steigern. Erstaunt hat mich nur ein Punkt: Es soll im Shopping-Center der Zukunft Achtsamkeitskurse geben. 

Die Idee gefällt mir gut, allerdings könnte das Projekt nach hinten losgehen: Wenn Menschen achtsamer werden, schätzen sie vielleicht das äußere Shopping weniger als den inneren Reichtum. Der Reiz des Einkaufens, der aus selbstlaufenden Suchtmechanismen entsteht, die durch die Werbewirtschaft angestachelt werden, verliert an Wirkung. Die Menschen werden genügsamer und bescheidener, ihre Bedürfnisse vereinfachen sich wieder und der Konsum verlagert sich auf Langlebiges im Unterschied zu kurzfristigen Modetrends. Damit kann auch ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung der dynamisierten Ressourcenverschwendung geleistet werden.

Also: Mehr Achtsamkeit im Shopping-Center!

Hier zur Quelle!

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