Donnerstag, 5. Mai 2011

Obama und die Fratze der materialistischen Demokratie

Der Friedensnobelpreisträger, der sich der Ermordung eines Gegners brüstet und dafür bejubelt wird, was für eine Zerrfigur...

Zeigt sich daran, dass es unmöglich ist, an der Spitze des riesigen Geld- und Machtapparates zu stehen, ohne von ihm verschlungen zu werden? Es ist nicht möglich und sinnvoll, ins Innere eines Menschen zu schauen, noch Ferndiagnosen zu erstellen. Aber viele Ideen, die Obama zu Beginn seiner Regierungszeit angesprochen hat, haben von einem Weitblick gezeugt, der sich wohltuend von der brutalen Gewaltlogik der Vorgängerregierung abgehoben hat. Ohne ein Grundverständnis des systemischen Bewusstseins wären diese Einsichten nicht möglich gewesen.

Nach zweieinhalb Jahren erleben wir den mächtigsten Mann der Welt im Machtrausch. Persönlich hat er die Ermordung des Bösewichtes schlechthin angeordnet, persönlich hat er mitgeglotzt (trotz Bildausfall), wie sein tolles Killerkommando den Auftrag durchgeführt hat. Die Rache ist vollzogen, der Held hat seine Heldentat vollbracht und nie wieder kann ihn jemand als Weichei beschimpfen. Natürlich geht der Kampf weiter, aber die Staatsbürger können stolz auf ihren Anführer blicken, der sie mit seiner Allmacht vor allem Bösen schützen wird.

Der Lohn für den Helden: Die Massen jubeln ihm zu und mögen ihn wie nie zuvor. Der Preis, die Glaubwürdigkeit, die Integrität, die Menschenwürde, das sind Qualitäten, die in einer vom Materialismus geprägten Demokratie keinen messbaren Wert darstellen. Wenn man in dem Großcasino namens USA (als besonders krasses Beispiel) mitspielen will, muss man sich an die Regeln halten, und diese lauten: Alles ist käuflich, und jeder ist käuflich. Was du wert bist, wird in Zahlen bemessen, in Geld oder in Umfragedaten. Danach muss sich alles Handeln richten: Mehr an Geld oder Umfragedaten zu lukrieren. Und da ist eine kaltblütige und genau berechnete Ermordung in jeder Hinsicht gerechtfertigt.

Das Fatale ist nur, dass die Gegner im Spiel genauso denken. Auch für sie ist jedes Mittel recht, um die eigene Sache zum Erfolg zu bringen. Wenn sie schon nicht den Präsidenten in seinem Schlafzimmer erschießen können, dann eben die Statussymbole seines Machtapparates, ein paar Hochhäuser, Botschaften, Einkaufszentren.

Und wir, die kleinen Maxerln der Weltgeschichte, könnten da je nach Geschmack mit Genuss oder Abscheu zuschauen, wie bei einem Boxkampf, bei dem alle Mittel recht sind und jeder Trick gilt, Hauptsache der Gegner wird getroffen, geschwächt und schließlich vernichtet. Wenn es da nicht die Möglichkeit gibt, dass wir selber dabei draufzahlen und dummerweise die Bombe neben uns explodiert, oder wir zufällig kollateral von einem Präzisionsangriff geschädigt werden.

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