Montag, 25. April 2011

Was, du isst noch Fleisch?


Manchmal hört man: „Was, du rauchst noch?“ sagt ein an seiner Bewusstheit arbeitender Mensch zu einem anderen. Wenn die Bewusstheit weiter wächst, kann die Frage kommen: „Was, du isst noch Fleisch?“
Der Verzicht auf Fleisch kann einen wichtigen Schritt in der eigenen Entwicklung bedeuten. Der Fleischkonsum stellt eine starke Belastung für unseren Planeten dar – die Tierhaltung und die Fleischerzeugung sind ein großer Verbraucher für Ressourcen und damit mitverantwortlich für die Klimaänderungen und andere Umweltzerstörungen. Auch der Hunger in vielen Weltregionen kann dadurch mitbedingt sein – Tiere, die zur Fleischerzeugung gehalten werden, fressen den Hungernden die Nahrungsmittel weg, damit die reicheren Regionen dieser Erde davon profitieren können.

Darum: Verzicht auf Fleisch bedeutet einen Beitrag zur Entlastung der angespannten Umweltsituation wie auch des großen sozialen Ungleichgewichts auf der Erde.

Und es kann auch unsere eigene Gesundheit unter Fleischkonsum leiden – Vegetarier haben laut statistischer Erhebungen eine längere Lebenserwartung, damit ist der gesundheitliche Vorteil des Fleischverzichts klipp und klar, trotz aller Skepsis von eingefleischten Fleischverzehrern.

Dazu kann für einen bewussten Menschen, also jemand, der sich dem Mitgefühl öffnet, auch das Leiden der Tiere an ihren bloß auf die menschliche Gier abgestimmten aufgezwungenen Lebensstil spürbar wird. Wenn du beim Verzehr eines Schnitzels oder einer Wurst daran denkst, wie das Fleisch entstanden ist, das du dir gerade schmecken lässt, kann das vielleicht deinen Appetit ein wenig beeinträchtigen.

Wir sollten uns bewusst machen, wenn wir bewusste Menschen sein wollen, nicht nur, was unsere Handlungen anrichten könnten, sondern was sie schon angerichtet haben. Wir können zwar nicht die Leiden, die durch die Schnitzelproduktion dem Planeten und seinen Bewohnern zugefügt wurden, rückgängig machen, wir können aber durch einen Wandel unserer Gesinnung und unserer Lebenspraxis dazu beitragen, dass es weniger bis gar nicht mehr dazu kommt, dass in Zukunft solche Untaten geschehen.

Die Menschen begehen ja ihre Taten nicht aus Bosheit, sondern weil sie sich davon einen Gewinn, sprich eine Sicherung ihres Überlebens erwarten. Wenn der Fleischkonsum zurückgeht, werden sich andere Erwerbsmöglichkeiten anbieten.

Was macht diese Entscheidung für einen simplen und effektiven Beitrag zur Verbesserung unseres Planeten so schwierig?

Zunächst die Gewohnheit – ein Essen ohne Fleisch ist für viele Menschen noch immer kein wirkliches Essen. Viele meinen, dass Fleischessen sie stark und leistungsfähig macht, was alle starken und leistungsfähigen Vegetarier widerlegen. Fleischspeisen gelten als schmackhafter als Gemüse und Tofugerichte. Dann kommt die Bequemlichkeit: Überall kriegt man Fleischspeisen in den abenteuerlichsten Formen und oft erstaunlich billig angeboten. Schließlich ist die Selbstschädigung durch den Fleischkonsum nicht so augenfällig wie etwa beim Rauchen. Wer nicht zu Dickdarmkrebs neigt, wird bei anderen degenerativen Krankheiten kaum auf die Idee kommen, dass sie durch Fleischkonsum mitverursacht werden. Außerdem schädigt der Fleischesser seine Umgebung nicht wie die Raucherin – nicht direkt, und die indirekten Folgen sieht und spürt man nicht, also die Folgen, die sich z.B. auf das Klima auswirken. Und wenn die Leute in Afrika oder Brasilien neben den Sojaplantagen und Viehweiden für den Export hungern müssen, brauchen wir das auch nicht zur Kenntnis zu nehmen.

Also, wird es noch lange dauern oder überhaupt nie dazu kommen, dass die Frage: „Was, du isst noch Fleisch?“ allenthalben zu hören sein wird?

Es hängt daran, ob wir unsere Gewohnheiten und Bequemlichkeiten wichtiger nehmen als die Sorge für die Erde und für unsere ärmeren Mitbewohner.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen