Montag, 14. September 2026

Das Verfügbare und das Unverfügbare und die Resonanz

Der deutsche Soziologe Hartmut Rosa hat den Begriff der Unverfügbarkeit in die Diagnose der spätmodernen Gesellschaft eingeführt. Das Hauptziel der Zivilisationsentwicklung der Menschheit besteht darin, die Welt verfügbar zu machen, also den menschlichen Zugriff auf möglichst alles Natürliche zu erlauben. Die Dinge werden berechnet, um sie zu beherrschen, für die eigenen Zwecke zu nutzen und um diese Verwertbarkeit zu optimieren. Die Dinge und Vorgänge sollen unter Kontrolle gebracht werden: Die Zeit, der Körper, die Umwelt und die Gefühle. Wir verwandeln mit dieser Einstellung die Phänomene der Welt in „Aggressionspunkte“: in Objekte, die wir unterwerfen und beherrschen wollen. Was aber oft geschieht, ist, dass sich die Objekte der Beherrschung entziehen, also unverfügbar werden, was dann wiederum zu Frustration und Aggression führt. Das spürbarste und drastischste Beispiel ist wohl die Klimakatastrophe, die im Gang ist: Die Anstrengungen, um die Natur gefügig zu machen, führen dazu, dass sich die Menschen ihre eigenen Lebensgrundlagen entziehen. 

Rosa sieht das Gegenprinzip zur Verfügbarkeit in der „Resonanz“. Sie hat vier Kennzeichen:

  • Die Berührbarkeit: Etwas Äußeres tritt an das Innere heran und erzeugt dort eine Reaktion.
  • Die Selbstwirksamkeit/Emotion: Die Antwort besteht in einem körperlich-seelischen Ausdruck.
  • Die Anverwandlung/Transformation: Die Begegnung verändert die beteiligten Seiten, die Person und das Objekt.
  • Die Unverfügbarkeit: Resonanz kann nicht erzwungen oder planmäßig herbeigeführt werden; sie kann auch nicht gezielt verhindert werden. Sie unterliegt keiner Macht oder Kontrolle. Auch das Ergebnis des Resonanzprozesses kann nicht vorhergesehen werden. In welcher Weise die Transformation erfolgt, zeigt sich immer erst nachträglich.

Resonanz besteht nicht nur, wenn wir Schönes oder Harmonisches erleben. „Der Gleichklang kann sehr wohl als Resonanz erfahren werden, aber nur vor dem Hintergrund ebenfalls erfahrener Differenz. Wenn zwei eigenständige und differente Stimmen sich vorübergehend treffen und zusammenfinden, kann das in der Tat eine überwältigende Form der Resonanzerfahrung hervorrufen, aber nur dann, wenn das Andere zugleich als (unverfügbares) Anderes bewusst bleibt. Das bedeutet nicht, dass dieses Andere, dem wir begegnen, einen genuinen eigenen Willen haben muss, und doch impliziert die Resonanzerfahrung so etwas wie die Erfahrung einer eigenständigen (Gegen-)Kraft, die sich jeder ‚mechanischen‘ Verfügbarkeit widersetzt.“ (S. 49) Wir finden uns nur dann in einer lebendigen und förderlichen Begegnung, wenn wir der anderen Seite Achtung und Respekt entgegenbringen und ihr jede Freiheit lassen, auch wenn sie uns Widerstand bietet.

Das Verfügbare braucht das Unverfügbare

Das Spannungsverhältnis zwischen Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit ist ein Merkmal der Moderne, die nach Rosa im Lauf der letzten Jahrhunderte entstanden ist. Modern heißt eine Gesellschaft für ihn, „wenn sie zur Aufrechterhaltung ihres institutionellen Status Quo des stetigen (ökonomischen) Wachstums, der (technischen) Beschleunigung und der (kulturellen) Innovierung bedarf.“ (S. 19) Es handelt sich um Gesellschaften, die ihre Stabilität nur wahren können, wenn sie permanent in verschiedenen Dimensionen wachsen. Dieses Wachstum besteht vor allem darin, Unverfügbarkeiten zu beseitigen. Daraus entsteht ein Grundkonflikt, weil jede Gesellschaft überall Unverfügbares braucht. (S. 81) 

Trotz aller Versuche, die Welt zu kontrollieren, bleibt immer „ein Riss, ein Spalt zur Welt bzw. zu dem anderen, das man zu erfassen versucht, bestehen.“ Wirkliche Erfahrung und Lebendigkeit kann gerade und nur dort aufscheinen, wo sich das Unverfügbare zeigt, das, was sich der Kontrolle und Beherrschung entzieht. (S. 92)

Die Steigerungsperspektive der Moderne  bestand ursprünglich in einer Verheißung von Fortschritt und Verbesserung. Sie wird aber nach und nach zu einer Bedrohung, die Druck erzeugt, nach der Devise: Wir müssen effektiver und schneller werden, sonst gehen wir unter. Das Steigerungsspiel wird nicht mehr von der Gier nach mehr, sondern von der Angst vor dem Immer-weniger aufrechterhalten. Zu dieser stressigen Dynamik kommt die „Verheißung der Weltreichweitenvergrößerung“: Wer genug Geld hat, kann jeden Punkt der Welt aufsuchen und sich jeden Punkt der Welt zu sich hereinholen – in virtueller Vertretung. Mit dieser Verheißung wird der innere Antrieb zur aggressiven Weltbeherrschung mobilisiert. Dabei ist das „Weltverstummen“ die Grundangst der Moderne, das geradezu manisch vom Verfügbarmachen erzeugt wird: „Die Moderne steht in Gefahr, die Welt nicht mehr zu hören und sich eben darum auch selbst nicht mehr zu spüren.“ (S. 43) Mit dem Verlust eines innigen kommunikativen Weltbezugs verkümmert der Selbstbezug. Wir verlieren uns selbst in dem Maß, in dem wir die Welt als gleichwertiges Gegenüber verlieren.

Resonanz: Begegnung mit Unverfügbarem

Zur Resonanzfähigkeit gelangen wir nur, wenn wir die Fähigkeit erwerben, die Welt zu distanzieren. Der Grundmodus lebendigen menschlichen Daseins ist „nicht das Verfügen über Dinge, sondern das in Resonanz Treten mit ihnen, sie durch eigenes Vermögen – Selbstwirksamkeit – zu einer Antwort zu bringen und auf diese Antwort wiederum einzugehen.“ (S. 48) Wir gehen auf die Welt in einer offenen Haltung zu und stellen unsere Frage und warten auf die Antwort, die uns verändert und bereichert. (S. 49)

Resonanzbeziehungen entstehen also nur, wenn es Unverfügbares gibt, das drei Dimensionen beinhaltet: Ein Subjekt, ein Objekt und einen Prozess zwischen beiden. Das Objekt braucht die Eigenschaft des Eigensinns, der sich der Beherrschung widersetzt. (S. 52) Es muss ein Moment konstitutiver Unverfügbarkeit „nicht nur in der Erfahrung bzw. der Beziehung zwischen Subjekt und Welt, sondern sogar in den Dingen selbst liegen..., wenn eine Resonanzbeziehung zu ihnen möglich sein soll.“ (S. 63)

Das Verfügbare verliert schnell seinen Reiz, weil es nicht antworten, sondern nur für unsere Zwecke funktionieren kann. Das Unverfügbare dagegen ist der Quell für jede Inspiration, aber auch für alle Unliebsamkeiten. Es sollten uns allerdings die Störfaktoren lieber sein als das, worüber wir die Kontrolle haben, denn das Lernen und Wachsen geschieht nur dort, wo uns die Wirklichkeit Wiederstand entgegenbringt. Das Unverfügbare schenkt uns Freude und Schmerz; das Verfügbare Langeweile und Depression.

Wir können diese Dynamik gut am Beispiel der Werbung verstehen. Sie zielt darauf, unser Beziehungsbegehren in ein Objektbegehren zu übersetzen, indem z.B. eine Reise angepriesen wird, die uns irgendwo auf der Welt der Natur näher bringen soll. Wir können zwar die Reise erwerben, dass wir aber zu einer Resonanzerfahrung mit der Natur oder mit Menschen kommen, lässt sich nicht mit noch so viel Geld erkaufen. (S. 56) Dinge, über die wir vollständig verfügen, die also ganz in unserer Macht sind, werden reizlos, weil sie von sich aus keine Resonanzfähigkeit mehr haben. Sie werden gewissermaßen stumpf, stumm und leblos. Das Leiden an einer Welt, die mehr und mehr verstummt, kurbelt aber umso mehr den Konsum an: „So erfüllt die kapitalistische Warenwirtschaft auch hier ihre wundersame Funktion, die Konsumenten unablässig dazu zu bringen, neue Produkte (in diesem Fall: Reisen) zu kaufen, von ihnen notwendig enttäuscht zu werden, aber nicht so, dass sie vom Kauf der (im Prinzip immer gleichen) Waren Abstand nehmen, sondern so, dass sie nach jeder Enttäuschung neue und  ‚größere‘ erwerben.“ (S. 73) Wegen dieser grundlegenden Diskrepanz des modernen Lebens wird die Unsicherheit größer und es entstehen frustrierte Wutbürger am laufenden Band. 

„Unverfügbarkeit, die aus Prozessen der Verfügbarmachung hervorgegangen ist, erzeugt radikale Entfremdung. Das moderne Programm der Weltreichweitenvergrößerung, das die Welt in eine Ansammlung von Aggressionspunkten verwandelt hat, erzeugt daher auf gleich doppelte Weise die Furcht vor dem Weltverstummen und dem Weltverlust: Dort, wo ‚alles verfügbar‘ ist, hat uns die Welt nichts mehr zu sagen, dort, wo sie auf neue Weise unverfügbar geworden ist, können wir sie nicht mehr hören, weil sie nicht mehr erreichbar ist.“ (S. 107) Was wir gewaltsam zum Eigenen machen, wird uns zum Fremden und wir werden uns selbst fremd.

Das Unverfügbare und das Absolute

Nach Rosa entsteht eine Schreibhemmung aus der Angst, den „Eigensinn“ des zu schreibenden Textes zu verfehlen, weil wir z.B. in der falschen Stimmung sind. Wir fühlen uns also im Moment nicht in der Lage zu hören, was uns der Text sagen will. Die Rolle dieser Dynamik führt uns einen Schritt weiter von der Soziologie zur Spiritualität. Über die soziologische Betrachtungsweise hinaus kann die Dynamik zwischen dem Verfügbaren und dem Unverfügbaren als Spiel des Absoluten verstanden werden, das hier eine ähnliche Rolle spielt wie im Rahmen der Kreativität.

Der Begriff des Unverfügbaren stammt ursprünglich aus der Theologie und diente dazu, das Verhältnis zwischen Mensch und Gott zu beschreiben. Das Verfügbare braucht das Unverfügbare so, wie das Relative das Absolute braucht. Alles, was frei von menschlicher Kontrolle ist, ist auch frei für das Absolute. In der Austauschbeziehung, die aus der offenen Begegnung entsteht, mischt das Absolute mit.

Das Absolute ist das Unverfügbare schlechthin. Es ist jedem menschlichen Zugriff entzogen. Die unverfügbaren Phänomene, denen wir im Leben begegnen, haben ihr Vorbild im Absoluten, das in ihnen zum Vorschein kommt. Genauer gesagt, zeigt sich das Absolute in der Resonanzerfahrung, die durch die Begegnung mit dem Unverfügbaren entsteht. Es handelt sich also um eine Begegnungserfahrung, in der eine intime Beziehung zwischen dem Phänomen und mir entsteht. Diese Beziehung hat die Qualität der Liebe in ihrer absoluten Form. Denn das Absolute stiftet Verbindung zwischen allem, das existiert, und diese Verbindungen sind Ausdruck dessen, was wir Liebe nennen.

Sobald wir versuchen, ein Phänomen vollständig zu beherrschen, zu sichern oder zu konsumieren, wird es „stumm“ und die Resonanzbeziehung bricht zusammen. Wir landen in einem Raum der Lieblosigkeit. Indem wir die Welt unserem Ego unterordnen wollen, geht uns das Lebendige und Liebenswerte an der Welt verloren. Wenn wir der Welt hingegen achtungsvoll und offen begegnen, treten wir in einen gleichwertigen Austausch ein, der uns bereichert und verwandelt.

Literatur:
Rosa, Hartmut (2018): Unverfügbarkeit. Wien-Salzburg: Residenz Verlag (Alle Zitate stammen aus dieser Quelle.)

Zum Weiterlesen:
Der kreative Prozess und das Absolute
Funktions- und Flussmodus
Was die Welt zusammenhält: Die Universalität der Kommunikation


Freitag, 4. September 2026

Die dunkle Triade am Beispiel Weidel

 Die deutsche Politikerin Alice Weidel stellt ein interessantes Studienobjekt für die „dunkle Triade“ dar. Darunter versteht man das Zusammentreffen dreier psychischer Störungen: Narzissmus, Machiavellismus, subklinische Psychopathie, die vor allem öffentlich auftretende Positionen betreffen. Für den Narzissmus ist das übersteigerte Selbstwertgefühl und das Bedürfnis nach Bewunderung kennzeichnend, für den Machiavellismus die Manipulation für strategische Zwecke, Zynismus und Skrupellosigkeit („Der Zweck heiligt jedes Mittel“). Die Psychopathie ist gekennzeichnet durch emotionale Kälte und den Mangel an Empathie und Reue. 

Die Journalistin Pamela S. Sowa hat in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 30. Juli 2023 unter der Überschrift: „Merkmale der Dunklen Triade: Psychologin analysiert Auftreten von AfD-Politikerin Alice Weidel“ auf die Widersprüche hingewiesen, die diese Politikerin aufweist und die gerade ihren Erfolg erklären. Sie steht an der Spitze einer Partei mit erzkonservativen Familienwerten, mit Hass auf alles Woke und Queere, mit ausgeprägtem Rassismus und aggressiver Fremdenfeindlichkeit. Sie lebt allerdings in einer homosexuellen Beziehung mit einer Partnerin of Color und mit zwei Kindern, die mittels Samenspenden gezeugt wurden. Sie leitet als Frau eine Partei, die radikal gegen Frauenrechte auftritt. Sie gebärdet sich als überzeugte deutsche Nationalistin und zahlt ihre Steuern in der Schweiz. 

Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit, könnte man fragen. Aber offenbar spielt diese Qualität bei ihren Anhängern keine Rolle. Vielmehr sehen sie in ihr das Abbild der eigenen Widersprüchlichkeit. Schließlich muss sich ein Rassist und Rechtsradikaler über viele innere Widersprüche hinwegsetzen. Pamela Sowa schreibt über Weidel: „Sie ist das ideale politische Chamäleon: glaubwürdig genug für die Bühne, leer genug für jede Projektion. Ihre bloße Anwesenheit desinfiziert den Raum von innerparteilichem Schmutz – was soll schon an Homophobie dran sein, wenn eine Homosexuelle klatscht? Wo ist das Problem mit dem Rassismus, wenn ihre Partnerin im Publikum sitzt? Und was bedeutet Vaterlandsliebe noch, wenn sie aus dem Zürcher Steuerhafen proklamiert wird?“ Die Autorin meint, dass die AfD-Politikerin gerade deshalb so erfolgreich sein kann, weil sie in einer Zeit angetreten ist, in der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit Zeichen von Schwäche darstellen. Es hat sich gezeigt, dass die Leute ein unheimliches Maß an kognitiver Dissonanz aushalten können, wenn sie das Gefühl haben, jemand vertritt skrupellos eine Politik, von der man sich Märchenhaftes erhofft. Weidel überzeugt, weil sie so empathielos auftritt. Indem sie mit einer sterilen und kontrollierten Sprache dauernd das „Volk“ und „unser Land“ (in dem sie nicht lebt) hervorhebt, erzeugt sie ohne jede Botschaft eine Wirkung, die auf ihrer Unverschämtheit beruht: „Der Triumph eines Menschen, der gelernt hat, dass es keine Rolle spielt, ob etwas stimmt – solange man sich traut, es zu sagen, als wäre es die einzige Wahrheit.“ Es ist also ein selbstbewusster Zynismus, von dem sich viele angesprochen fühlen. Unschwer sind die charakterlichen und taktischen Ähnlichkeiten zwischen Weidel, Kickl, Trump und anderen Rechtspolitikern zu erkennen.

Der Zynismus als politische Waffe

Zyniker erwecken den Eindruck, dass sie einen besonderen Durchblick haben und mehr wissen als die anderen. Sie lassen sich nicht „vom System“ oder von den „Mainstream- Medien“ täuschen, sondern wissen es besser. Sie wirken dominant und entschlossen. Spott, verbunden mit einer bissigen Rhetorik verleiht eine Position der Überlegenheit, aus der heraus mit Verachtung auf die Gegner heruntergeschaut werden kann. Da sich viele Menschen von der Komplexität der Verhältnisse überfordert fühlen, bieten zynische Politiker den Ausweg, der Wut auf die unvollkommene Gesellschaft eine Richtung zu geben. Dazu kommen die plakativen und bewusst gefälschten Vereinfachungen, mit denen die Schlechtigkeit der Verhältnisse angeprangert und Scheinlösungen präsentiert werden. Dazu kommt eine moralische Entlastung: Die Politiker, die an der Macht sind, werden als korrupte Egoisten dargestellt; wenn alle Egoisten sind, darf man auch so sein. Die rassistische Propaganda bewirkt, dass die Empathie für Außenseitergruppen zurückgefahren werden kann. Ein Mord, den ein Ausländer verübt hat, genügt dann schon, allen Nicht-Autochthonen das Vertrauen zu entziehen und sich von deren Rauswurf die Befreiung von allen Übeln zu erwarten. Gruppendynamisch erzeugt der geteilte Zynismus ein Zusammengehörigkeitsgefühl – wir gegen die anderen, die wir verspotten können. Wir wissen, wer die Bösen und wer die Guten sind, wir sind nicht so naiv wie die Verblendeten und Manipulierten.

Die dunkle Tetrade

Die Bezeichnung „Dark Triad“ wurde von den kanadischen Psychologen Delroy L. Paulhus und Kevin M. Williams 2002 in einem Fachartikel vorgestellt. Das Konzept wurde 2013 später auf die „dunkle Tetrade“ von Delroy L. Paulhus, Erin E. Buckels und Daniel N. Jones um den Begriff des Alltagssadismus erweitert. Der Alltagssadismus besteht darin, Freude am Zufügen von Schmerz (körperlich, seelisch, sozial) zu empfinden. Andere leiden zu sehen, verschafft Befriedigung. Es handelt sich dabei nicht nur um eine Geistesstörung oder eine kriminelle Einstellung, sondern auch um Phänomene wie Mobbing, Cyberbullying, Schadenfreude oder Lustgewinn bei gewalttätigen Videospielen. Es gibt Querverbindungen zur Zerstörungslust nach Amlinger und Nachtwey.

Die Dunkelheit und die Aufklärung

Die Aufklärung hat sich die Vertreibung der Dunkelheit durch Aberglaube, Verschwörungstheorien und Ideologien auf die Fahnen geheftet. In der Dunkelheit fehlen uns wichtige Sinne für die Orientierung. Politische Propaganda, die auf der dunklen Triade oder Tetrade beruht, versucht, die inneren Sinne der Menschen zu verdunkeln, zu verwirren und neu zu verdrahten. Die Absicht ist, dass nur das als Wahrheit angenommen wird, was von der zynischen Politikerin kommt, und nicht mehr, was die innere Stimme sagt.  

Gegen solche finstere Einflüsse hilft nur die Aufklärung – politische Aussagen auf Fakten prüfen, Lügen aufdecken, Widersprüche aufzeigen, verkündete Motive in Zweifel ziehen – das ganze Repertoire der Arbeit des Geistes gegen seine Feinde.

Zum Weiterlesen:
Die Zerstörungslust und der demokratische Faschismus